Zusammenfassung
Es zeigen sich deutliche Zusammenhänge zwischen den Schulleistungen und
Beeinträchtigungen des Sinnesorgane
Schon kleine Beeinträchtigungen führen zu signifikant schlechteren Schulnoten
Es zeigt sich ein deutlicher Zusammenhang zwischen sozialen Faktoren und den
erreichten Schulnoten: Musizierende Kinder haben deutlich bessere Noten.
Der Effekt von Hörverlusten auf die Schulleistungen lässt sich jedoch unabhängig
von der sozialen Gruppenzugehörigkeit nachweisen.
Bildung braucht Gesundheit – die Ergebnisse unterstützen diese These
eindrucksvoll
Screeninguntersuchungen zur Erkennung von betroffenen Schülern sind
notwendig, ebenso wirkungsvolle Maßnahmen zur Prävention und therapeutische
Angebote
Die aktuellen Studienergebnisse des Projekts „Schnecke - Bildung braucht Gesundheit“ legen nahe, dass für die Mehrheit der Kinder zunächst eine Wahrnehmungsförderung mit besonderem Schwerpunkt auf der Förderung des Gleichgewichts im Vordergrund stehen muss.
Dies erweist sich nach der Studie als notwendige Grundlage für optimale Aufnahme und Verarbeitung des Lernstoffs.
Positive Auswirkungen auf Leistungen und Lernmotivation aller Schüler sind zu erwarten.
Hierbei sind besonders zu erwähnen:
- Die ständig wachsende Zahl der Kinder mit Lernstörungen und Konzentrationsproblemen
- Schülerinnen und Schüler der G8, die zur Zeit die Gesamtbelastung durch eine geballte Wissensvermittlung verarbeiten
- Deutliche Hinweise auf PISA und die damit aufgekommenen Fragen
Die Fragestellung erweitert sich aber auch auf das Wohlbefinden und die Gesundheit der Lehrerinnen und Lehrer:
- Reaktionen der Lehrerinnen und Lehrer auf die Schulung ihres eigenen Gleichgewichts
Verminderung von Stress durch Verhaltensveränderungen der Schülerinnen und Schüler.
„Bildung braucht Gesundheit“ ist mehr als ein gut klingendes Motto.
Das interdisziplinäre Projekt „Schnecke- Bildung braucht Gesundheit“ konnte nachweisen, dass der Mangel an Gesundheit zu schlechteren Bildungschancen führt.
Es ist daher dringend notwendig, Störungen der Sinnesorgane aufzudecken und pädagogische, therapeutische oder medizinische Maßnahmen einzuleiten.
Eine gute Zusammenarbeit von Kindergarten, Schule, Lehrern, Eltern, Therapeuten und Medizinern ermöglicht, Kindern unabhängig von ihrem sozialen Hintergrund gute Grundvoraussetzungen für das Lernen zu bieten.
Im Rahmen ihrer Berufsausübung sollen Lehrerinnen und Lehrer auch selbst geschützt werden Lärm in der Schule als Gesundheitsbelastung zu ertragen (Ohr, Kehlkopf, Stimme) und dadurch ein „burn-out-Syndrom zu vermeiden.
Kontakt:
Prof. Dr. med. Eckhard Hoffmann
Hochschule Aalen
Studiengang Augenoptik und Hörakustik
Eckhard.Hoffmann@htw-aalen.deWeitere Informationen: