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Der Gleichgewichtssinn (Vestibularsystem) erfasst Richtung von Schwerkraft und Bewegung. Er ermöglicht dem Menschen im Stehen und Bewegen im Gleichgewicht zu bleiben, ohne umzufallen. Er erlaubt, Handlungen fließend auszuführen. Das Vestibularsystem, das beim Menschen weitgehend unbewusst arbeitet, spielt eine wichtige Rolle in der Entwicklung. Zu dem Gleichgewichtsgefühl des Menschen tragen auch die Informationen von den Augen bei. Das Vestibularsystem veranlasst automatisch die Augenmuskeln zu angepassten ausgleichenden Augenbewegungen, damit das Gesichtsfeld konstant bleibt. Das vestibulare und das auditive System stehen in enger Verbindung, da sie beide praenatal aus den Labyrinthbläschen entstehen und gemeinsam im Innenohr liegen. Das Gleichgewichtssystem nimmt seine Arbeit sehr früh vorgeburtlich auf und bereitet sich für lebensnotwendige Aufgaben vor. Störungen im vestibularen Bereich werden in erster Linie durch Gleichgewichts-probleme gekennzeichnet. Durch die Verbindung zwischen dem vestibularen-visuellen Bereich sowie dem vestibularen-auditiven Bereich kann es zu weitreichenden Folgen kommen. Visuelle Wahrnehmungsprobleme, wie verschwommenes ungenaues Sehen sind genauso möglich, wie Entwicklungsverzögerungen von Sprache durch Auswirkung des Vestibularsystems auf den auditiven Bereich. Unangemessene Haltungsreaktionen, häufiges Stolpern, Hinfallen und allgemeine Ungeschicklichkeit können mit schlecht abgestimmter Arbeit des vestibularen Systems zusammenhängen. Eine enge Verbindung zwischen Gleichgewicht und Verdauungstrakt ist zu erwähnen. Übelkeit oder mangelnde Darm- und Blasenkontrolle zeigen sich ebenfalls in Verbindung mit Schwierigkeiten in der vestibularen Wahrnehmungsverarbeitung. Vestibulare Wahrnehmungsauffälligkeiten zeigen sich u. a in verzögerter motorischer Entwicklung, emotionalen Problemen, Wahrnehmungs- und Konzentrationsschwierigkeiten, Lernschwierigkeiten, Sprachstörungen und Verhaltensauffäligkeiten. |